Für Experten

Financial Engineering

 

Financial Engineering ist zuallererst eine Definitionsfrage. Natürlich ist die Emission eines strukturierten Produkts ein klarer Fall für eine Investmentbank. Eine Ebene darunter gibt es jedoch durchaus interessante Einstiegsmöglichkeiten.

Fondsadvisory

Das Konzept des Fondsadvisory ist folgendes: Für jedes Investmentfondsvermögen ist ein Fondsmanager zuständig. Dieser wird von der KVG beauftragt und muss letztlich Rechenschaft für seine Entscheidungen ablegen. Im Rahmen des Fondsadvisory wird zusätzlich ein externer Berater zwischengeschaltet – Der Fondsadvisor. Auch wenn der Fondsmanager weiterhin in letzter Instanz verantwortlich bleibt, wird das Tagesgeschäft an den Fondsadvisor ausgelagert. Dieser erhält für seine Anlageempfehlungen eine Vergütung. Hierzu benötigt der Fondsadvisor eine 32er KWG Lizenz, ein Haftungsdach oder eine 34f-Lizenz (falls es sich lediglich um einen Dachfonds handelt). Das Fondsadvisory ist ein eher anspruchsvolles Feld, das viele Auflagen mit sich bringt (MAR, MiFIR 26). Schwerer wiegen die praktischen Implikationen: Sie müssen um die richtigen Partner zu finden bereits zum Start ein hohes Investmentvolumen mitbringen.

Wikifolio

Vielleicht haben Sie schon einmal von der Social Trading Plattform Wikifolio gehört. Zuerst funktioniert es ganz ähnlich wie beim Börsenspiel. Ihre Anlagestrategie ist rein virtuell und ohne Verlustrisiken. Wenn Sie genügend Follower für Ihre Anlagestrategie gewinnen, ist es möglich ein Zertifikat aufzulegen, das die Wertentwicklung Ihres (virtuellen) Depots nachbildet. Dieses Zertifikat wird von einem Finanzinstitut begeben, sodass Ihnen keinerlei regulatorischer Aufwand entsteht. Ist Ihr Zertifikat erfolgreich erhalten Sie eine kleine Vergütung, wenngleich natürlich der Löwenanteil bei den Plattformen bleibt. Vertrieblich ist das Wikifolio ein eher heißes Eisen wegen des inheränten Interessenkonflikts. Aber: Ein eigenes Wikifolio Zertifikat, das an der Börse gehandelt werden kann, steigert Ihre Reputation als Finanzexperte ungemein. Nutzen Sie Ihr Wikifolio als eine Art Visitenkarte und beeindrucken Sie Ihre Kunden.

Zertifikate Baukasten

Diverse Online Plattformen bieten Ihnen die Möglichkeit Ihr eigenes strukturiertes Produkt zu designen. Sie können die Produktgattung (z.B. Discount, Bonus, Turbo o.ä.), die Laufzeit und den Basiswert frei wählen. Das Produkt wird dann von einem Partnerinstitut, das auch für die Einhaltung der regulatorischen Vorgaben verantwortlich ist, emittiert und kann mithilfe der ISIN von jedermann gekauft werden. Eine tolle Sache um sich als Ansprechpartner für die anspruchsvolle Kundschaft zu empfehlen. Anders als beim Wikifolio wird hier der „Konstrukteur“ i.d.R. nicht an den Gebühren beteiligt, sodass die Gefahr von Interessenkonflikten deutlich geringer ausfällt. 

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Was brauche ich um meinen eigenen Fonds zu starten?

Sie selbst brauchen natürlich die erforderliche Sachkunde, darüber hinaus benötigen Sie die passenden Partner, Investoren und eine Story. Deshalb ist es empfehlenswert sich in einer Nische zu spezialisieren. Als Einzelkämpfer oder ohne ausreichende Erfahrung bestehen hier keine Chancen

Wie sind die Verdienstmöglichkeiten?

Beim Fondsadvisory außergewöhnlich gut. Die beiden anderen Modelle dienen nur dazu ihren Kunden einen Service zukommen zu lassen bzw. Ihre Reputation als Vermögensberater zu stärken.

Warum sollte ich Zertifikate designen, wenn ich dafür nicht entlohnt werde

Wer sagt denn, dass Sie hierfür nicht entlohnt werden? Lesen Sie unseren Beitrag zu Vergütungsmodellen in der Finanzberatung. Der Zertifikate Baukasten ist ein hervorragendes Werkzeug um den Kunden zu zeigen, dass man das vereinnahmte Honorar (bzw. Gebühr, Service-Fee) auch wert ist. 

Kann ich das auch als 34f-Vermittler machen?

Dachfondsadvisory wäre theoretisch möglich, ist aber praktisch keine Option. Wikifolio und der Zertifikate Baukasten stehen jedermann offen. Der Nachteil ist jedoch, dass Sie mit Ihrer 34f-Lizenz keine strukturierten Produkte empfehlen dürfen.

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