Kryptowährungen sind zurzeit in aller Munde. Auch die meisten ihrer Kunden werden schon einmal von Bitcoin & Co. gehört haben. Ergibt sich hier also ein interessantes neues Geschäftsfeld oder handelt es sich lediglich um einen kurzfristigen Hype?

Ende letzten Jahres konnten wir Zeuge einer explosionsartigen Entwicklung werden. Am 29. November 2017 musste man für einen einzigen Bitcoin 10.000$ bezahlen. Am 9. Oktober 2010 hätten Sie den Bitcoin für 10 cents erwerben können. Zu Beginn dieses Jahres erfolgte dann natürlich die Korrektur und schon mehren sich Stimmen, die weiterhin Potential im Bitcoin sehen und bisher ungeahnte Höchststände für möglich halten. Gleiches gilt natürlich auch für Konkurrenzwährungen wie z.B. den Ether.

Ob es sinnvoll für Ihre Kunden ist in Kryptowährungen zu investieren, können Sie selbst am allerbesten einschätzen. Im Folgenden soll Ihnen dargelegt werden, ob und wie Sie das Thema Kryptowährungen am besten in Ihr Geschäftsmodell integrieren können.

Die Frage, die sich in der Praxis am häufigsten stellt ist sicherlich, wie damit umzugehen ist, wenn ein Kunde Sie um Rat bezüglich eines Investments in Kryptowährungen ersucht. Die Bafin hat Kryptowährungen als Finanzinstrumente eingestuft. Kryptowährungen sind nicht in der Bereichsausnahme des § 2 Absatz 6 Satz 1 Nr. 8 KWG aufgeführt. (In dieser Ausnahmeregelung ist aufgeführt zu welchen Produkten ein 34f-Vermittler beraten darf.) Ergo dürfen Finanzanlagenvermittler keine Anlageberatung und/oder Anlagevermittlung zu Kryptowährungen durchführen.

Anders sieht das natürlich aus, wenn eine 32er KWG Lizenz vorhanden ist. Auch der Vermittler unter einem Haftungsdach dürfte theoretisch zu Kryptowährungen beraten. Dies dürfte aber in der Praxis zumeist an den Compliance Abteilungen der jeweiligen Haftungsdächer scheitern. Beim Thema Kryptowährungen herrscht zurzeit noch vornehme Zurückhaltung.

Müssen Sie also wann immer ein Kunde nachfragt was denn von diesen neuen „Internetwährungen“ zu halten sei, auf die Zunge beißen und darauf verweisen, dass Ihre 34f Lizenz keine Kryptowährungen abdecke bzw. Ihr Haftungsdach keine Freigabe erteilt hat? Das würde sicherlich zu weit gehen und tatsächlich unterfällt dem Tatbestand der Anlageberatung nur die konkrete Kaufen/Verkaufen/Halten Empfehlung, nicht jedoch der allgemeine Ratschlag zur Strukturierung des Vermögens. Die allgemeine Vermögensplanung ist ein erlaubnisfreies Geschäft. Ein Finanzberater darf also seinem Kunden in jedem Fall mitteilen, dass z.B. Kryptowährungen generell abzulehnen seien oder eine Beimischung von 5% des Gesamtportfolios eine gute Idee sei.

Eine Möglichkeit Kryptowährungen sinnvoll in das 34f-Geschäft zu integrieren wäre der Vertrieb von Krypto-Investmentfonds. In der Tat haben sich hier bereits die ersten Häuser vorgewagt und eigene Kryptofonds aufgelegt. Bei diesen handelt es sich jedoch entweder um Spezial-AIF, die nur an semi-professionelle Anleger (nach KAGB) oder professionelle Kunden (nach WpHG) vertrieben werden dürfen oder wir haben es mit normalen AIF zu tun, für die aber immer noch eine Reihe von Restriktionen gelten wie z.B. eine hohe Mindestanlagesumme. Diese AIF sind von den Produktgebern ausnahmslos mit sehr strengen Zielmarktvorgaben versehen worden. Sie besitzen die höchste Risikoklasse und sind oftmals von vornherein für den Vertrieb an Privatkunden ausgeschlossen (negativer Zielmarkt). In der Praxis dürfte eine Handelbarkeit bei den meisten Depotbanken schwierig bis unmöglich sein. Vereinzelt tauchen jedoch Gerüchte auf, dass jenseits des Atlantiks bereits an Krypto-ETF gearbeitet wird, die punktgenau die Wertentwicklung einer bestimmten Kryptowährung (z.B. Bitcoin oder Ether) bzw. eines Baskets von verschiedenen Kryptowährungen nachbilden sollen. Ein solcher ETF wäre dann sicherlich auch für Privatanleger interessant und natürlich durch die 34-Lizenz gedeckt.

Für den Haftungsdachpartner stehen eine Reihe von strukturierten Produkten bereit. Zu denken ist etwa an Partizipationszertifikate die das Verhältnis Bitcoin/US-Dollar nachbilden. Natürlich kann auch der Kauf von Bitcoin direkt empfohlen werden. Das strukturierte Produkt hat hier jedoch den Vorteil, dass es in der Regel mit einer Provisionszahlung verbunden ist.

Fazit: Zum jetzigen Zeitpunkt ist im Rahmen der 34f-Lizenz (noch) nicht viel zu holen im Geschäft mit den Kryptowährungen. Für Inhaber einer 32er KWG Lizenz oder Haftungsdachpartner stehen strukturierte Produkte bereit.

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